Pressespiegel
Artikel im Fränkischen Tag vom 1. Juli 2010
Artikel "Visionen für das alte Hallenbad" (PDF, 240KiB)
Artikel im Fränkischen Tag vom 27. August 2009

Schleusenwärterhäuser bleiben Streitobjekt
Fränkischer Tag 16.04.09, von Jutta Behr-Groh
Landesgartenschau: Die Schutzgemeinschaft "Alt Bamberg" macht sich weiter für die Rettung der beiden früheren Schleusenwärterhäuser auf der Erba-Halbinsel in Bamberg stark. Auf dem Gelände soll 2012 die Landesgartenschau stattfinden.
Beim Bamberger Verein Schutzgemeinschaft „Alt Bamberg“ haben sich inzwischen mehrere Personen gemeldet, die gerne die beiden Schleusenwärterhäuschen auf dem Erba-Gelände im Norden Bambergs kaufen und sanieren würden. Auf das Angebot an die Stadt Bamberg, den Kontakt zu potenziellen Bauherrn herzustellen, bekam der Erste Vorsitzende, Dr. Jörg Händler, zwar noch keine offizielle Antwort. Auf Anfrage unserer Zeitung hieß es aber, eine private Nutzung der Häuser in einem öffentlichen Park sei ausgeschlossen. Die Verantwortlichen fürchten ständige Konflikte zwischen den Bewohnern und den Nutzern der Grünanlage, wenn dort gespielt und gelacht und gelärmt wird. Die Schutzgemeinschaft will sich von dieser Absage nicht entmutigen lassen. Sie sieht für die beiden Häuser und für Bamberg eine große Chance, wenn Privatleute das Gebäude-Ensemble aus dem 19. Jahrhundert erwerben und herrichten und anschließend z.B. einer öffentlichen Nutzung, etwa als Café, zuführen würden. Die Schleusenwärterhäuser bilden aus Sicht der Stadtheimatpflege ein unverzichtbares Zeugnis der Industriegeschichte auf der Erba-Halbinsel im Bamberger Stadtteil Gaustadt. Weil sie den Plänen für die Landesgartenschau 2012 im Weg stehen, sollten sie abgerissen werden. Nach lauten Protesten hat der Bamberger Stadtrat im Sommer 2008 beschlossen, zumindest das unter Denkmalschutz stehende Hauptgebäude zu erhalten und in den geplanten „Nordpark“ zu integrieren.
Artikel im "Fränkischer Tag" Bamberg vom 12.02.2009, S. 10
Kahlschlag im jüdischen Viertel? Bei einer Informationsveranstaltung zum "Quartier an der Stadtmauer" gab es viele erregte Stimmen. Einige der zahlreich erschienenen Bürger sehen sich von der Stadtverwaltung verschaukelt.
Bamberg Großes Interesse erfuhr die Informationsveranstaltung zum geplanten Einkaufszentrum "Quartier an der Stadtmauer". Der Hörsaal im Hochzeitshaus, wohin die Schutzgemeinschaft Alt Bamberg, die Freunde des Welt- und Kulturerbes sowie die Initiative "Bewahrt die Bergstadt" eingeladen hatten, platzte aus allen Nähten. Unter dem provokanten Titel "Kahlschlag im jüdischen Viertel" wollten die drei Initiativen über den aktuellen Stand der Planungen berichten und sich vor allem für die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude einsetzen.
"Besonders die drei Gebäude in der Hellerstraße mit der Hausnummern 11, 13 und 15 sind von großer historischer Bedeutung und dürfen auf keinen Fall dem Erdboden gleichgemacht werden", forderte Prof. Dr. Achim Hubel in seinem rund einstündigen Vortrag. Zwar seien die Fassaden der vorderen Häuser durchaus bis zu den Kellern abtragbar, die Rückgebäude, die unter anderem wertvolle geschichtliche Hinweise auf jüdisches Leben in Bamberg bieten, müssten auf alle Fälle erhalten bleiben und in die Planungen des neuen Einkaufszentrums einbezogen werden. Und nicht, wie Hubel betonte, nach derzeitigem Planungsstand abgerissen werden, um einem dritten Ankermieter die notwendige Verkaufsfläche zu bieten. "Ich will an dieser Stelle klar stellen, dass ich mich nicht gegen das geplante Einkaufszentrum ausspreche. Vielmehr fordere ich nur, dass die historischen Gebäude in das neue Quartier miteinbezogen werden", unterstrich Hubel.
Denn laut der ihm vorliegenden Plänen und mehrfachen Verhandlungen mit der Investorengruppe Multi Development Germany GmbH sei ein Abriss der Häuser geplant – lediglich die Mikwe soll in einer Kulturgrube sichtbar und zu einer ergänzenden Station des kulturhistorischen Weges zur jüdischen Geschichte gemacht werden. "Es reicht nicht aus, die alten Stuckdecken aus den Häusern herauszunehmen und sie neben der Mikwe in einer Kulturgrube aufzuhängen." Prof. Achim Hubel "Es reicht aber nicht aus, die alten Stuckdecken aus den Häusern herauszunehmen und sie neben der Mikwe in einer Kulturgrube aufzuhängen", forderte Professor Hubel. Und überhaupt sei es sehr bedauerlich, dass bei einem geplanten jüdischen Kulturweg vier der fünf Stationen bis auf Erinnerungsdenkmäler und kleinste Relikte nichts mehr vorhanden seien. In Bamberg sind nach Ansicht des Professors schon zu viele Baudenkmäler der Abrissbirne zum Opfer gefallen – dies dürfe hier nicht wieder geschehen.
Baureferent Hans Zistl-Schlingmann versuchte die Gemüter zu beruhigen und rief zu mehr Objektivität auf. In seinen Ausführungen betonte er, dass sich der Stadtrat eindeutig für die Schaffung von neuen Einkaufsflächen in der Innenstadt bekannt habe. "Der Abbruch der historischen Gebäude ist derzeitig zwar noch im Gespräch, aber die Investorengruppe ist äußerst bemüht sich mit der Situation vor Ort auseinanderzusetzen", sagte der Baureferent. Auch befinde man sich jetzt erst in der Optimierungsphase und so sei noch nichts definitiv entschieden. Nach mehrmaligen Nachfragen von Seiten der Anwesenden gab aber auch der Baureferent zu, dass es durchaus zu einer Entscheidung kommen könnte, die dann hieße: entweder Einkaufszentrum oder Erhalt der Baudenkmäler. Viele der Anwesenden im Saal ließen sich damit nicht zufrieden stellen. So wurde gemurmelt, "die Stadt verschaukelt uns wieder" und andere forderten offen von der Stadtverwaltung, dass diese klare Auflagen zum Erhalt der Baudenkmäler stelle.
Michael Genniges vom Buch- und Medienhaus Hübscher forderte für den Fall einer Zustimmung für das Projekt im Gegenzug genügend Parkplätze.
Artikel im "Fränkischen Tag" vom 31. Dezember 2008
"Alt Bamberg" setzt auf den Dialog mit der Stadt Jahreshauptversammlung Das ist die Devise von Dr. Jörg Händler, alter und neuer Vorsitzender der Schutzgemeinschaft.
Bamberg "Kooperation statt Konfrontation" - unter dieses Motto stellte der Erste Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Alt Bamberg, Dr. Jörg Händler, seinen Rechenschaftsbericht bei der Mitgliederversammlung. 2008 hätten zwar das 40-jährige Bestehen und das Vorbereiten und Durchführen des Festaktes im Spiegelsaal der Harmonie im Vordergrund gestanden, jedoch sei auch die übrige Arbeit nicht zu kurz gekommen.
So habe man sich für die Kennzeichnung alter Brunnen im Stadtgebiet und die Sichtbarmachung des ehemaligen Stadttores in der Oberen Sandstraße, das bei den dortigen Umbauarbeiten aufgefunden wurde, stark gemacht. Weiter habe der Verein seine Aufgabe als Träger öffentlicher Belange wahrgenommen und zu zahlreichen Bauleitverfahren Stellung genommen. Im Vorstand und Beirat sei über zahlreiche aktuelle Themen diskutiert worden, so über die neue Gestaltung des alten Stadtbades, den Treidelpfad am Alten Kanal, die Landesgartenschau 2012, den geplanten Abriss des Schleusenwärterhäuschens und den Weinberg am Michaelsberg. Vereine setzen Kooperation fort Verstärkt habe man die Zusammenarbeit mit den anderen auf dem Gebiet des Denkmalschutzes tätigen Vereinen. Die im vergangenen Jahr ins Leben gerufene Bürgerinitiative "Rettet den Michaelsberg" und die insoweit eingegangenen Kooperationen hätten sich bewährt, sagte Händler: Der Stadtverwaltung sei bewusst geworden, dass eine solch starke und fachkompetente Gruppe nicht übergangen werden könne. Diese Bürger-Vereine wollten daher auch in Zukunft bei den das Stadtbild prägenden und das Weltkulturerbe tangierenden Projekten gemeinsam auftreten und informieren. Auch insoweit setzt der Verein nach den Worten seines Vorsitzenden auf Kooperation und Dialog mit den Verantwortlichen in der Stadt Bamberg statt auf Konfrontation. Man müsse in Gesprächen gemeinsame Lösungen anstreben, die der Sache dienten und für alle Seiten tragbar seien.
Bei den Neuwahlen von Vorstand und Beirat wurden Dr. Jörg Händler als Erster und Ingo Schmitt als Zweiter Vorsitzender bestätigt. In den Beirat wurden mehrere junge Neumitglieder gewählt; sie folgen altgedienten Beiräten, die sich nicht mehr zur Wahl gestellt hatten. Die Veranstaltung endete mit einer Auszeichnung. Zum wiederholten Mal wurde durch Dr. Ingo Fessmann ein Preis für besonderes denkmalpflegerisches Engagement bei Fassadendetails verliehen. In diesem Jahr wurden besonders gut erhaltene und restaurierte Türbeschläge an den Anwesen Pfarrgasse 3 und Kapuzinerstraße 12 gewürdigt. Für das kommende Jahr kündigte Jörg Händler die Fortführung des Jugendprojektes des Vereins an, bei welchem man mit dem Kindergarten St. Martin zusammenarbeitet und mit den Kindern ein Malbuch mit Details von Denkmälern gestalte. Außerdem habe man vor, die Kleinen bei der Teilnahme am Weltkulturerbelauf 2009 zu unterstützen und im Rahmen dieser Veranstaltung das Malbuch vorzustellen.
Auch ein Kornelkirschenfest am nördlichen Pavillon im Michaelsberger Garten soll es 2009 wieder geben.