Zur Geschichte der Sphinx-Skulpturen
Die heutige Musikmuschel im Luisenhain ist aus Abbruchteilen des Badehauses im Theresienhain entstanden. Es musste 1914 dem Neubau eines Vereinsheims für den Ruderclub weichen. Das Badehaus wurde in den Jahren 1814 / 1815 in stilistischer Einheit mit dem Wirtshaus (bereits 1858 abgebrochen) nach Entwürfen von Ferdinand von Hohenhausen im Duktus der Revolutionsarchitektur errichtet.
Als Vorbote der Moderne war diese auf strenge Geometrie ausgerichtete Bauart um 1800 aus Frankreich nach Deutschland gelangt. Revolutionär daran waren die Loslösung von höfischer Architektur und die Gleichbehandlung über- und untergeordneter Bauaufgaben. Dem visionären Ansatz dabei ist die Existenz der beiden Sphingen zu verdanken.
Trotz gänzlich anderer Funktion orientierte sich der Neubau der Musikmuschel am Grundmuster der Vorderfront des Badehauses. Prägnant sollten die beiden wiederum den Zugang flankierenden Sphingen werden, nun Bambergs einziges Zeugnis von Revolutionsarchitektur.

Die Musikmuschel im Luisenhain, 2003

Das Badehaus im Theresienhain, Foto um 1890, an seinem alten Standort (heute
Bootshaus) (Stadtarchiv Bamberg, B. S. 622)

Federzeichnung von 1868, Fassadenaufriss

Das Gesicht der rechten Sphinx vor der Zerstörung durch Verwitterung und
Vandalismus, ca. 1983

Die Sphingen heute